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Einsatzbericht

Ein Einsatzbericht von TREND - Redakteur Othmar Pruckner.

Einsatzbericht Bild 1

Die Luft ist schwül, die Sonne sticht unbarmherzig. Das Gewitter kommt wie auf Bestellung. Wir klettern in die einmotorige Cessna 206, schnallen die Gurte fest, dann geht alles ganz schnell. Auf den Rollweg, die Delta-Uniform-Mike ist fertig zum Start. Klappen zehn Grad, in die Piste, Gas ganz hinein. Der erste Cumulonimbus steht über Traismauer, nichts wie hin.

Der Gewittersturm ist ein "kleiner Fisch". Adi Klebl glaubt, dass kein Eis drinnen ist, es sich nur um ein "normales" Gewitter handelt. Wir fliegen dicht an der Wolkenbasis, an der Wolkenuntergrenze. Es wird turbulent. Die ersten großen Tropfen fallen und wir zünden die zwei Generatoren, die am Fahrgestell der Maschine angebracht sind. Die Zelle ist doch nicht so gefährlich, wie wir angenommen haben, sagt der Pilot, und wir drehen ab.

Wir fliegen weg von Traismauer, nach Westen. Adi, über Gföhl braut sich was zusammen, kommt es aus dem Funk. Und der Walter kommt auch rauf. Wir sehen den zweiten Hagelbomber starten und im Westen eine gewaltige Böenwalze aufziehen. Die Sicht wird immer diesiger, alles zerfließt in milchigem Grau, die Luft wird bockiger, es rüttelt und stößt. Adi Klebl fliegt konzentriert, die linke Hand am Steuerhorn, die rechte am Gas. Jetzt hat er das Gas schon ganz heraußen und wir steigen noch immer, und zwar schnell.

Wir sind im Aufwindschlauch unter dem nächsten Gewitterturm, und der schaut schon wesentlich bedrohlicher aus. Walter komm da her, zum Droßer Wald. Ich geh auf 2000 Fuß, du bleibst auf 1500, okay! Wir kreisen und brennen aus den Generatoren die Silberjodid-Acetonlösung heraus, der Aufwind reißt die AgJ-Kristalle in die Gewitterwolke. Die "Impfung" wirkt rasch.
Schon nach wenigen Minuten beginnt es zu gießen. In der Maschine ist es laut, Donner hört man nur von fern, Blitze sieht man wenig. Die Sichtweite ist zeitweise null. Wir fliegen im schweren Schauer. Manchmal haut ein Blitz die Elektronik zusammen, sagt der Adi, dann sind die Instrumente halt weg. Der Gföhler Stock macht endlich auf, lässt das Wasser raus. Unten im Kremstal haben sie jetzt Wasser genug. Eis ist keines dabei. Krems-Boden schickt uns nach Osten. Die nächste Gewitterzelle steht schon hinter dem Manhartsberg. Die Silberjodid-Vorräte reichen für einen zweistündigen Einsatz.

Einsatzbericht Bild 2

Wir fliegen seit eineinhalb Stunden. Der Manhartsberg ist "geimpft", wir schauen nach Westen. Die Türme sind zerflossen, in die Breite gegangen, regnen aus. Diffuses Grau, Landregen. Im Osten, schon außerhalb des Gebietes, steht noch ein Gewitter. Es bleibt nichts mehr zu tun. Unten, zwischen den Weingartenzeilen, glänzt es weiß. Eis. Gott sei Dank nicht im Gebiet. Die Wolkenfetzen hängen tief herunter, wir fliegen zum Platz zurück. Wir kommen auf die Zwei-Neun rein, sind im langen Endanflug. Landung im letzten Regen. Adi Klebl setzt die Delta-Uniform-Mike nach zwei Stunden Gewitterflug sanft auf die regennasse Asphaltpiste. Wir rollen zur Tankstelle, Walter landet fünf Minuten nach uns.

Letzter Akt.
Kurze Einsatznachbesprechung. In Langenlois hat es viel Wasser gegeben. Über Gföhl, da hat das Eis sicher die Gärten getroffen. Die Piloten schreiben ihre "Seeding Reports", tanken die Flugzeuge auf, füllen die Silberjodid - Generatoren nach.

Einsatzbericht Bild 3

Ein paar Neugierige stehen um die "Hagelbomber" herum. Die Luft ist glasklar, reingewaschen, die Abendsonne kommt durch die Wolken. Wir schieben die Maschinen in den Hangar...

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