Auch Ihr Beitrag zählt!

Unsere finanziellen Mittel beziehen wir aus freiwilligen Beiträgen.

Unterstützen auch Sie die Hagelabwehr mit Ihrer Spende:
Raika Langenlois
IBAN: AT84 3242 6000 0000 1776
BIC: RLNWATWW426

Logo Hagelabwehr
09.11.2018 06:52

Saisonbericht 2018


Einsatzleiter Thomas Stoifl und Geschäftsführer Johannes Eckharter blicken auf eine sehr herausfordernde und großteils erfolgreiche Saison 2018 zurück.

Es gab 81 Einsatzflüge an 24 Gewittertagen. Dabei verbrachten unsere Pilotinnen und Piloten 66 Stunden in der Luft. Dies liegt klar über dem langjährigen Durchschnitt (seit 1999) von 50 bei den Einsätzen, ebenfalls über dem Schnitt von 19 bei der Anzahl der Einsatztage und weit über dem Durchschnitt von 38 bei den Flugstunden. Darüber hinaus wurden 21 vorsorgliche Beobachtungsflüge an 11 Gewittertagen (davon 5 weitere Gewittertage) durchgeführt. Bei diesen „Aufklärungsflügen“ waren unsere PilotInnen 7 Stunden in der Luft. Die ersten Einsatztage waren heuer am 10. und am 12. Mai erforderlich. Im Mai gab es noch fünf weitere Einsatztage am 18.5., 19.5., 23.5., 24.5. und am 30.5. Es folgten ebenfalls 7 Einsatztage im Juni (1., 2., 5., 8., 10., 11. und 12.6.). Der Juli war heuer mit 5 Einsatztagen etwas ruhiger (6., 10., 21., 25. und 26.7.). Außergewöhnlich viele Einsatztage gab es heuer im August (2., 5., 7., 23. und 24.8.). Wetterbeobachtungsflüge wurden am 3., 10., 12., 22. und 29.5., am 1.6., am 10., 25. und 28.7. sowie am 1., 7. und am 24.8. durchgeführt. An 20 von den 24 Einsatztagen waren alle drei Hagelflieger in der Luft. Am 18. und am 19.5. reichte jeweils der Einsatz eines Hagelfliegers aus.

Der intensivste Tag war der 10. Juni mit insgesamt 9 Einsatzflügen. Jeweils sechs Operationen waren am 24. Mai und am 2. Juni notwendig. Fünf Einsätze gab es am 25. Juli. An 16 Einsatztagen waren jeweils drei Einsatzflüge erforderlich. Am 5. Juni gab es 2 Einsätze. Bis auf den Samstag, den 21. Juli, konnten schwere Hagelschäden im Gebiet verhindert werden. An diesem Tag wurden allerdings rund 100 ha Weinfläche im Spitzer Graben schwer verhagelt. Hotspots waren Gut am Steg und Viessling. Bei rund 30 ha wurden Hagelschäden von 100 % festgestellt. Möglicherweise hätten durch einen früheren Einsatz die Schäden im Spitzer Graben verhindert werden können. Die hagelführenden Gewitterzellen kamen allerdings sehr rasch vom Westen und waren in die Haupt-Süd-Nordströmung eingebettet und somit nicht erkennbar. Unsere Hagelflieger waren allerdings bereits vor den ersten Anzeichen am Radar in der Luft und konnten mit Sicherheit schwerste Hagelschäden in Spitz und in der westlichen Wachau verhindern. Im konkreten Fall entschied Einsatzleiter Thomas Stoifl bereits aufgrund eines „Bauchgefühles“ zum Einsatz lange bevor die ersten roten Echos am Radar erkennbar waren. Solche Gewitter werden auch in Zukunft kaum beherrschbar sein. Dazu müsste bereits bei jedem Verdacht auf ein Gewitter mindestens ein Flieger im Gebiet patrouillieren, was ein Vielfaches des vorhandenen Budgets erfordern würde.

Am Donnerstag, den 8. November 2018, fand in den Räumlichkeiten der Bezirksbauernkammer Krems auf Einladung von Präsident ÖKR Ing. Hermann Schultes und Kammerdirektor DI Franz Raab von der Landwirtschaftskammer Niederösterreich eine Fachtagung zum Thema Hintergrundinformationen über die Hagelabwehr und das Wettergeschehen statt, da die herausfordernden Wettersituationen in der Land- und Forstwirtschaft heuer wieder zu Diskussionen um die Hagelabwehr führten. Mag. Rainer Kaltenberger von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Entstehung von Gewittern), Mag. Friedrich Salzer (Auswirkungen der Hagelabwehr auf die Niederschlagsverteilung in der Region) und Mag. Alois Stockinger (rechtliche Aspekte rund um das Genehmigungsverfahren der Hagelabwehrmaßnahmen) vom Amt der NÖ Landesregierung, GF Johannes Eckharter vom Kulturenschutzverein (Organisation der Hagelabwehr) und Ing. Michael Grindl von der Österreichischen Hagelversicherung (Erfahrungen zum Risiko Hagel) informierten die Meinungsbildner in den Regionen. DI Reinhard Kern von der Landwirtschaftskammer Niederösterreich moderierte die Veranstaltung und sorgte für eine sachliche Diskussion.


Impressum / Kontakt